Sondierungsgespräche zum Zukunftssicherungstarifvertrag haben begonnen

Sondierungsgespräche zum Zukunftssicherungstarifvertrag haben begonnen

Am 29. April haben endlich die Sondierungsgespräche zum Zukunftssicherungstarifvertrag zwischen Geschäftsführung und IG Metall begonnen. Das Gespräch an sich ist schon eine kleine Sensation, denn einen derartigen Dialog hat es in der langen Bertrandthistorie noch nie gegeben!

Der Zeitpunkt könnte passender nicht sein, denn auch Bertrandt ist vom Wandel in der Automobilindustrie massiv betroffen und das Unternehmen muss sich den Herausforderungen der Transformation stellen. Außerdem geht auch die Coronapandemie nicht spurlos an Bertrandt vorbei, so dass mit der Verlängerung der Kurzarbeit und den geplanten Massenentlassungen die Belegschaft gleich dreifach betroffen ist. Sämtliche dieser drei Themen werden im Forderungspapier aufgegriffen und unsere Forderungen zur möglichen Ausgestaltung differenziert dargestellt.

Das erste Sondierungsgespräch stand ganz im Zeichen eines ersten groben Meinungsaustausches. Entsprechendes wurde auch in der von IG Metall, Betriebsräten und Geschäftsführung gemeinsam erstellten News berichtet. Die Bereitschaft zur Fortführung der Gespräche ist ein klares Signal der Geschäftsführung, dass Fokusthemen wie Qualifizierung insbesondere während Kurzarbeit sowie Gestaltung der Transformation immerhin auf der To Do Liste des Unternehmens einen Platz gefunden haben.

Klar ist aber auch ein weiterer Fokus des Unternehmens, nämlich die Wahrung der wirtschaftlichen Interessen. Und diese stehen im Gegensatz zu denen der Transformation. Natürlich bedeutet auch eine erfolgreiche Transformation am Ende wirtschaftlichen Erfolg, jedoch erst mit einem deutlichen Zeitversatz. Bis dahin nämlich muss zunächst einmal in die Belegschaft investiert werden! Qualifizierungsmaßnahmen kosten Geld und deshalb sieht das Unternehmen hier den Nutzen in eher kurzfristigen Schulungsmaßnahmen, um so z. B. den internen Ressourcenausgleich zu befeuern. Eine langfristige Planung wird mit Blick auf Rentabilität kritisch gesehen.

Aus diesem Grund wird auch die Zusage zur Beschäftigungssicherung von Bertrandt aktuell abgelehnt. Wie wir alle wissen sind die Massenentlassungen zumindest vorübergehend ausgesetzt. Das bedeutet im Klartext erstmal nichts anderes als aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum vorstellbar, dass eine eventuelle Betriebsvereinbarung zwischen Betriebsräten und Geschäftsführung derartige Knackpunkte für beide Parteien zufriedenstellend lösen würde, zumal der Arbeitgeber eine mächtigere Verhandlungsposition hat (die Betriebsräte können bei diesen Themen nichts erzwingen, sondern nur Bitte Bitte sagen). Es sollte daher für die Belegschaft nur ein Ziel geben – den erfolgreichen Abschluss eines Zukunftssicherungstarifvertrages! Dafür muss aber jeder Einzelne Position beziehen, seiner Forderung eine Stimme verleihen. Gemeinsam müssen wir uns solidarisieren und unseren Forderungen mit einer Stimme Nachdruck verleihen!

Nachfolgend die gemeinsame News von IG Metall, Betriebsräten und Geschäftsführung:

Liebe Kolleg*innen,

wir möchten euch zum aktuellen Stand der Gespräche zur Zukunftssicherung für den Standort Tappenbeck informieren.

Ausganspunkt war die Forderung von Betriebsrät*innen und IG Metall nach Gesprächen zu einem Zukunftstarifvertrag auf der einen Seite und auf der anderen Seite das Bestreben der Geschäftsführung zur Erreichung einer nachhaltigen Wirtschaftlichkeit in den Gesellschaften am Standort zur Zukunftssicherung.

Am 29. April hat dazu ein erstes gemeinsames Sondierungsgespräch zwischen der Geschäftsführung, den Vorsitzenden der Betriebsräte BIG/BTG/SIM, sowie Vertretern der IG Metall in konstruktiver Atmosphäre stattgefunden.

Inhalt des Gespräch war im Wesentlichen der Austausch der verschiedenen Perspektiven zu den Fokusthemen: Zielbilder und Zukunftschancen, Transformation und Qualifizierung, sowie Ausbildung.

Im Gesprächsverlauf wurde dazu konkret festgelegt:

– ein gemeinsamer Termin zur Aufnahme unterstützender Möglichkeiten zur Qualifizierung mit der Agentur für Arbeit sowie der „Allianz für die Region GmbH“

– das Projekt Transformation – wie auf den Betriebsversammlungen der BIG und BTG vorgestellt – nach gemeinsamen Kriterien zu gestalten und mit hoher Priorität voranzutreiben

Ebenso wurde die Fortsetzung der Gespräche vereinbart.“

Gez. Geschäftsführung/HR (Michael Schulz/Holger Roth)

Gez. BR BIG/BTG/SIM (Anke Janik/Tobias Hoppe/Daniel Gork)

Gez. IG Metall (Johannes Katzan/Silvia Schied)